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Seniorenhaus Nauheim

Beim Sommerfest geht das Seniorenhaus kein Risiko ein

Heimliches Motto:
Fahnen schwingend stimmt der Hauschor auf die Fußball-Weltmeisterschaft ein

Ein meist mit Wolken bedeckter Himmel, die Sonne, die sich nur ab und zu blicken ließ und Temperaturen unter 16 Grad – da gingen die Organisatoren im Nauheimer Seniorenheim lieber auf Nummer sicher. Kurz entschlossen verlegten sie das Sommerfest am Sonntag in den großen Versammlungssaal.

Das Programm konnte sich wie in den Vorjahren sehen lassen. Obwohl es ganz bewusst in diesem Jahr kein Motto gab, waren die Anspielungen auf die Fußballweltmeisterschaft unverkennbar. An vielen Ecken und Wänden hingen die Deutschlandfahnen und einige Mitarbeiterinnen des Hauses hatten sich sogar die Haare schwarz-rot-gold gefärbt.

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Für Stimmung sorgten die unermüdlichen „Schlawiner“, aber auch der Hauschor und die Sitztanzgruppe unter Leitung von Anne Petersen. Erstmals im Seniorenhaus als Akteure zu Gast waren die Bauchtänzerin Danja Daluca, die mit schwingenden Hüften von Tisch zu Tisch Heimbewohner und Besucher animierte und ein Quartett von Artisten vom „Zirkus Waldoni“, die zu einem Projekt der Waldorfschule gehören, wie Conchita Gemmerich berichtete. Sie führte mit kurzen Ansagen durch den Nachmittag.

Auch das Rahmenprogramm stimmte. Es gab jede Menge Kaffee und Kuchen, eine riesige Tombola und den Strickbasar, der jedoch nicht ganz so umringt war wie der Stand mit dem Tombolapreisen. Gegrillt wurde im Freien, wo sich auch einige Besucher aufhielten. Viele suchten das Gespräch mit Heimleiter Marcus Schima, wie etwa Erster Beigeordneter Wolfgang Glotzbach (SPD).

Conchita Gemmereich erklärte, dass wie an den normalen Werktagen nahezu das gesamte Personal des Seniorenheims im Einsatz gewesen sei. Darüber hinaus wirkten noch etwa 15 ehrenamtlich Tätige mit, die bei solchen Veranstaltungen das Alten- und Pflegeheim unterstützen. Schon früh morgens begann der Aufbau – zu diesem Zeitpunkt noch im Freien. Die Rüstigen unter den Heimbewohnern hatten sich mit den Beschäftigungsgruppen auf das Sommerfest vorbereitet.

Ein neuer Heimleiter stellt sich vor

Seit April steht Marcus Schima (Foto) schon in der Verantwortung – jetzt, beim Sommerfest, nutzte der neue Heimleiter des Alten- und Pflegeheims die passende Gelegenheit, sich den Heimbewohnern, ihren Angehörigen und einem größeren Publikum vorzustellen.

Schon 1994/95 hatte Schima den Weg zum Seniorenheim gefunden, weil er in der Einrichtung in der Konrad-Adenauer-Allee seinen Zivildienst absolvierte.

Danach nahm er eine Ausbildung bei einer Bank mit anschließendem Studium auf. Seit März 2000 arbeitete Schima als Student im Seniorenhaus, wo er dann „nach dem Studium hängen blieb“, wie er es ausdrückte.

Unter seinem Vorgänger Waldemar Kleingärtner, der weiterhin im Seniorenheim an verantwortungsvoller Stelle beschäftigt ist, aber auf eigenen Wunsch einen Schritt ins zweite Glied machte, konnte sich Schima mit den anspruchsvollen, alltäglichen Abläufen beim Heimbetrieb mit über 100 Bewohnern vertraut machen.

Im April wurde der Wechsel vollzogen.  „Ich möchte immer für sie da sein“, versprach der neue „Chef“ in der Einrichtung von Seniorenheimbetreiber Michael Adrian. Wie zu den älteren Bürgern pflegt er auch mit seinem Personal ein herzliches Miteinander.

Noch mehr hat sich zwischenzeitlich im Seniorenheim verändert, berichtete Schima. Nach und nach schreite die Renovierung voran. Sichtbar sei das an freundlicher gestalteten Räumen und neuem Möbel. Selbst von außen sind Neuerungen für jeden zu erkennen, weil der Garten, ein Idyll nicht nur für Heimbewohner, neu angelegt wurde.

Viel Schwung mit Hauschor und Sitztanzgruppe

Großen Beifall erhielten beim Sommerfest des Alten- und Pflegeheims zwei Gruppen, die von Anne Petersen betreut und geleitet werden – der Hauschor und die Sitztanzgruppe. Aus dem Programm bei Festivitäten sind die rüstigen Heimbewohner – überwiegend sind es Frauen – nicht mehr wegzudenken.

Der Hauschor präsentierte sich mit drei Liedern. „Heute wollen wir marschieren“, hieß es zum Auftakt. Sitzend imitierten die Akteure einen Fußmarsch, gerade so, als wollten sie sogleich über den Klangweg im Nauheimer Regionalparkabschnitt spazieren.

„In einem Polenstädtchen“ hieß die Melodie es im Anschluss. Das schwungvolle Volkslied gab Margot Dirr und Johannes Bohinc die Chance, einen Kavalier mit seiner Angebeteten zu mimen.

Ganz auf die Fußball-Weltmeisterschaft eingestimmt war der Hauschor anschließend mit dem Lied „Wenn die bunten Fahnen wehen“. Enthusiastisch wie im Stadion wurden deutsche Flaggen geschwenkt.

Nicht minder schwungvoll ging der Sitztanz zu Werke. Die rhythmischen Bewegungen zu karibischen  Klängen animierten sogar einige Kinder und Mütter, die im Saal Platz genommen hatten, zum Mitmachen. Das staunten sogar die Musiker der Band „Schlawiner“.

Mit „Von den blauen Bergen kommen wir“ wurden dann wieder die Älteren angesprochen, bevor das ganze Seniorenhaus symbolisch und singend mit Deutschlands Star in Oslo, Lena Meyer-Landrut, und ihrem Siegerlied „Satellite“ feierte.

Zu den Mitwirkenden gehörten Elisabeth Smolka, Helga Kohl, Margot Dirr, Sabine Rosenhagen, Karin Rosenbaum, Elisabeth Förster, Margarete Schindler, Gisela Weg, Katharina Habig, Margret Butter, Alma Lehmann, Johannes Bohinc und Anna Hädrich, die zum Gelingen mit ihrer Mundharmonika beitrug.

 

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