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„Der hat ja das gleiche gemalt wie ich“,
wunderte sich der Junge, als er vor dem Bild mit
dem Wasserturm stand. Im Seniorenpark konnten
die Schüler der Klasse 4c aus der Bischofsheimer
Georg-Mangold-Schule solche Dejavus erleben. Die
Bilder, die sie bestaunten, sind mittlerweile 40
Jahre alt.
Zu sehen waren die Zeichnungen aus dem
Kunstunterricht vergangener Tage in einer
Ausstellung, die noch bis Ende Mai im
Seniorenpark zu sehen ist. Neben den Bildern von
1969 hängen dort auch neue der 4c. Ähnlich wie
die Bischofsheimer Schüler vor vier Jahrzehnten
hatten die Mädchen und Jungen die Aufgabe, ihre
Eindrücke aus Bischofsheim mit Farbe und Pinsel
festzuhalten.
Als die alten Bilder aus der
Georg-Mangold-Schule zufällig im
Schularchiv entdeckt wurden, sei die
Idee für die Doppelausstellung geboren
worden, berichtete Organisatorin Heike
Wegscheider vom Seniorenpark. Es wäre
doch schön, meinte sie, wenn von den
heute Mittfünfzigern jemand sein Werk
von damals wieder entdecken könnte.
„Oder es lebt vielleicht eine Mutter
oder ein Vater der Kinder bei uns im
Seniorenpark und die erkennen ein Bild
wieder“, hofft sie.
Futuristischer Zug Bei
einigen scheint die Identifikation gar nicht so
schwer. So gibt es eine Bleistiftzeichnung, die
die Schienenstränge des Bischofsheimer Bahnhofs
in einer raffinierten Perspektive zeigt. Sie
stammt laut Signatur vom damals dreizehnjährigen
Dieter Hafner. Der Schüler bewies damals
Weitsicht. Er malte einen Zug, der eine
verblüffende Ähnlichkeit mit einem modernen
Intercity aufweist. Auf anderen Stelltafeln, an
denen die Bilder präsentiert werden, sind die
Namen von Kindern einer sechsten Klasse
vermerkt, mal mit und mal ohne Vornamen.
Bereichert wird die Ausstellung mit gerahmten
Bildern, die einen Preis gewonnen haben und von
der Georg-Mangold-Schule dem Seniorenpark als
Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden. Immer
wieder tauchen darauf Fachwerkhäuser, die Kirche
und andere idyllische Fleckchen aus der
Eisenbahnergemeinde auf. Bisweilen ist gar nicht
zu unterscheiden, ob es Bilder von einst oder
von heute sind.
Dieter Press erzählt von früher
Zur Ausstellungseröffnung hatte Heike
Wegscheider den früheren Bischofsheimer
Journalisten und Zeitungsherausgeber Dieter
Press eingeladen. Der Senior, der sich wie nur
wenige andere in seinem Heimatort auskennt,
berichtete den Kindern, wer der Namensgeber
ihrer Schule war. Press wartete auch mit der
einen oder anderen Anekdote aus Alt-Bischofsheim
auf. Zahlreiche Heimbewohner nutzten die Chance,
seinen Erzählungen aufmerksam zu lauschen,
hatten sie doch Bischofsheim noch gekannt, wie
es vor Jahrzehnten aussah – ganz so wie der Ort
auf den alten Bildern dargestellt wird.
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